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Weniger Touristen in Kroatien 2014

Ist Kroatien in einer kleinen Krise? Dieses Jahr kommen weniger Touristen nach Kroatien! Wir berichten über die Hintergründe und vieles mehr.

Touristen in Kroatien
Weniger Touristen in Kroatien 2014
  • Wichtiges in Kürze
  • Land: Kroatien
  • Touristenzahlen 2014
  • Bericht über Saison 2014
  • Weniger Touristen
  • Die Hintergründe
 

Die letzten Jahre konnte in Kroatien ein stetiges Wachstum der Touristenzahlen verzeichnet werden, aber seit diesem Jahr ist ein kleiner Einbruch in Sicht. Sowohl internationale Reiseunternehmen, als auch kroatische Reisebüros bis hin zu den Restaurants und Geschäften klagen über eine schlechte Saison!

Der Finanzminister Boris Lalovac kündigte aufgrund der schlechten Saison bereits einen Nachtragshaushalt an und selbst der stellvertretende Tourismusminister Zelimir Kramaric kritisierte, dass das Land an dem einseitigen Konzept „Sonne und Meer“ hänge. Grund hierfür waren die schlechten Touristenzahlen im Monat Juli, der durch schlechtes Wetter gekennzeichnet war.

Obwohl durch die Legalisierung weiterer 40.000 neuer Objekte in Kroatien ein großes Mehrangebot herrscht, konnten bis auf den Monat August keine großen Steigerungen verzeichnet werden. Was sind die Hintergründe dafür? Was kann man besser machen? Wir macht die erste größere Analyse für Tourismussaison 2014!

Die Gründe warum die Touristen in Kroatien fehlen

Der Tourismus hat in Kroatien einen sehr hohen Stellenwert und stellt mit 15% des Bruttoinlandproduktes den wichtigsten Wirtschaftszweig dar. Der Rückgang des Tourismus wirkt sich nicht nur negativ auf die Hausbesitzer, Hotelbesitzer und Campingplatzbesitzer aus, sondern auch auf die Restaurants, Boutiquen und Geschäfte. Viele Gründe waren nicht vorhersehbar, aber bei einigen anderen hätte man auch anders bzw. frühzeitig reagieren können.

Pfingstferien haben sich nachteilig verschoben

Da Kroatien eine relativ kurze Saison hat und die meisten Buchungen für die Monate Juni, Juli und August gemacht werden, ist der Termin der Pfingstferien ein entscheidender Faktor für Buchungen in der Vorsaison.

Im Jahre 2013 fielen die Pfingstferien in vielen Bundesländern sehr günstig und man konnte ein gutes Plus verzeichnen. 2014 hingegen verschoben sich die Pfingstferien weiter in Richtung Hauptsaison und laut Aussagen vieler Tourismuskenner wurde für den Monat Mai 2014 ein Rückgang von ca. 30% verzeichnet.
 
Bundesland Pfingstferien 2013 Pfingstferien 2014
Bayern 21.05. - 31.05.2013 10.06. - 21.06.2014
Baden-Württemberg 21.05. - 10.06.2013 10.06. - 21.06.2014
Niedersachsen 10.05. - 21.05.2013 30.05. - 10.06.2014
Mecklenburg-Vorpommern 17.05. - 21.05.2013 06.06. - 10.06.2014

Schlechte Aufklärung über die Flutkatastrophe am Balkan

Anfang Mai kämpften die Bewohner von Bosnien-Herzegowina und Serbien sowie Teile von Slawonien im Nordosten von Kroatien gegen die Wassermassen der Flüsse Sava, Bosna und der Donau. Die Überschwemmungen waren die schwersten seit über 100 Jahren! Viele große Tageszeitungen hatten darüber berichtet, aber leider ohne genaue Details welche Gebiete in Kroatien betroffen waren.

Viele Reiseveranstalter erhielten Anrufe von besorgten Kunden die einen Urlaub in Kroatien gebucht hatten und gleichzeitig gingen die Anfragen für Unterkünfte in Kroatien sehr stark zurück, obwohl die Küste von Kroatien gar nicht betroffen war! Hier hätte man sich bessere Aufklärung gewünscht um die Urlauber zu beruhigen und gleichzeitig auch den Buchungsrückgang zu stoppen!

Auf der nachfolgenden Karte sieht man ganz klar, dass die Küste zu keinem Zeitpunkt betroffen bzw. in Gefahr war. Mehr Details zum Hochwasser am Balkan 2014 findet man auch hier.
 


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Die Fußballweltmeisterschaft hinterlässt seine Spuren

Ja auch die WM 2014 hat einen Einfluss auf die Buchungszahlen gehabt! Viele Deutsche schauen lieber zusammen mit ihren Freunden oder freuen sich auf die gute Stimmung auf den Public Viewing Plätzen. Da verschiebt sich die Urlaubsplanung schon etwas nach hinten oder man plant seinen Urlaub schon früher voraus.

Dies wirkt sich vor allem negativ bei Ländern wie z.B. Kroatien aus, die auf Last Minute Tourismus spezialisiert sind - dies zählt natürlich auch für andere Länder die schnell und einfach mit dem Auto zu erreichen sind oder eine gute Flugverbindung haben. Vergleicht man Kroatien mit anderen Ländern wie Mallorca, Italien & Co so gibt es in Kroatien so gut wie keine Public Viewing Plätze. Eine bessere Anpassung auf Ereignisse wäre hier wünschenswert!

Noch höhere Mautkosten auf den Weg nach Kroatien

Alle die schon einmal per Eigenanreise nach Kroatien gefahren sind, kennen die hohen Kosten der Mautgebühren auf dem Weg nach Kroatien. Die Vignette für Österreich ist zwar gleich geblieben, aber dafür sorgte die Maut-Erhöhung in Slowenien für große Aufregung! Sowohl bei den Urlaubern als auch bei den Kroaten!

Es wurde die Mautklasse 2 B neu festgelegt und ab jetzt zahlen zweispurige Kraftfahrzeuge die über der ersten Achse eine Höhe von 1,30 m überschreiten oder ein Gesamtgewicht von bis zu 3.500kg überschreiten mehr als bisher! Mehr Informationen gibt es unter die neue Maut in Slowenien.

Die mautpflichtige Strecke durch Slowenien ist sehr kurz und wenn man die Kosten für die Maut auf deutsche Straßen umlegen würde, dann müssten Touristen die von Norddeutschland nach Süddeutschland fahren, mehrere tausende Euro dafür zahlen. Solche übertriebenen Kosten ärgern natürlich alle Urlauber die das Land Slowenien auf der Fahrt nach Kroatien durchqueren müssen!

Vignettenarten Slowenien © Arhiv DARS d.d..

Die Preise für Unterkünfte sind auf Höchstniveau

Das wiederendeckte Reiseziel Kroatien konnte kontinuierlich ein gutes Plus verzeichnen. Die gute Auslastung der privaten Unterkünfte & Hotels blieb auch bei den Besitzern nicht unbemerkt und schließlich bestimmen Nachfrage & Angebote den Preis. Dies hatte zur Folge, dass von Saison zu Saison die Preise etwas angehoben wurden. Vergleicht man die Preise von einer privaten Ferienwohnung Kroatien aus dem Jahre 2010 mit 2014 wurden die Preise um ca. 10% angehoben.

So schön wie das Land auch ist, aber irgendwann ist auch hier die maximale Grenze erreicht! Viele unserer Stammkunden beklagten sich über die stetig steigenden Preise und waren größten Teils sogar verärgert! Erst als der Monat Mai leer blieb, beschlossen einige Vermieter doch die Preise etwas zu senken um noch Buchungen zu erhalten.

Aber auch die Restaurants, Bars & Co haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass sogar während des Urlaubs die Kosten in die Höhe schießen. Noch vor Jahren war Kroatien als Billig-Urlaubsland bekannt und vor allem das Essen und Trinken gehen war günstig. Leider wurden auch hier die Preise an den Küstenregionen stetig angehoben und die Kosten sind an manchen Orten sogar deutlich höher als in Deutschland!

Wir hoffen, dass sich das für die kommende Urlaubssaison ändert wird und die Preise wieder niedriger werden. Ansonsten sieht es ähnlich aus wie es vor einigen Jahren schon im Nachbarland Italien der Fall war. Andere Länder wie z.B. Griechenland und Spanien konnten dieses Jahr durch Preissenkungen ein starkes Plus verzeichnen.

Preise Unterkünfte in Kroatien

Die Nachteile der EU mit dem Visum

Seit dem 01.07.2013 ist Kroatien neues Mitglied der Europäischen Union (EU). Über die Vor- und Nachteile lässt sich natürlich streiten, aber es birgt für den Tourismus auch einige neue Herausforderungen.

Das neue Mitgliedsland Kroatien ist nämlich noch kein Vollmitglied des Schengen-Raums, deshalb werden die Grenzkontrollen zwischen den Ländern und des Schengen-Raums weiterhin aufrechterhalten und es werden noch keine einheitlichen Schenken-Visa erteilt.

Das bedeutet, dass alle Staatsangehörige aus NICHT-EU Staaten für die Einreise nach Kroatien ein Visum benötigen - dies ist aber immer abhängig von der jeweiligen Staatsangehörigkeit. Nicht EU-Bürger wie z.B. aus Russland, Ukraine, Kosovo und der Türkei benötigen unbedingt ein Visum für die Einreise nach Kroatien, sonst werden Sie an der Grenze abgewiesen! Vor dem EU-Beitritt war das bei vielen Staatsangehörigkeiten nicht der Fall und es reichte teilweise schon die Buchungsbestätigung (Voucher) aus und man musste kein Visum beantragen!

Das Problem dabei ist, dass viele Urlauber, die einer solchen Staatsangehörigkeit angehören, es die letzten Jahre anders gewohnt waren und jetzt an der Grenze abgewiesen werden! Natürlich sollte sicher jeder eigenständig nach den Einreisevorschriften erkundigen, aber auch hier hätte Kroatien besser reagieren können! Mehr Aufklärung im Voraus wäre wünschenswert gewesen! Infos zu den aktuellen Einreisevorschriften für Kroatien gibt es hier zum Nachlesen.

Kroatien EU Beitritt

Schlechtes Wetter während der Sommersaison

Als wären die oben genannten Probleme noch nicht genug, spielte dieses Jahr auch das schlechte Wetter eine negative Rolle im Tourismusbereich! Viele Buchungen werden zwar schon im Voraus getätigt, aber Kroatien ist aufgrund der guten Anreisemöglichkeit mit dem Auto auch auf Last Minute fixiert. Alleine im Juli wurden 5 große Unwetter verzeichnet die für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich waren.

Dies hatte zur Folge das sowohl der Last Minute Sektor, vor allem im Juli, stark zurückgegangen ist und auch viele Urlauber brachen vorzeitig ihren Urlaub ab. Vor allem der Campingbereich durfte dieses Jahr starke Einbußen verzeichnen. Das machte sich wiederrum auch bei den lokalen Restaurants, Bars und Geschäften bemerkbar, die über fehlende Gäste klagen!

Kroatien sollte sich nicht nur auf die Sommermonate konzentrieren, sondern muss zwingend weitere Möglichkeiten schaffen um auch einen Urlaub in der Vor- und Nachsaison interessant zu machen.

Schlechtes Wetter in Kroatien

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Umfrage mit Reisebüros und Touristen

Umfrage mit kroatischen Reisebüros

Die Saison 2014 ist zwar noch nicht vorbei, aber schon jetzt kann man einige erste Analysen treffen. Hierzu haben wir ca. 30 lokale Reisebüros aus Kroatien befragt die uns ihre Statistiken für die Monate Mai, Juni, Juli bis einschließlich 17. August mitgeteilt haben.
 
Mai 2014 Juni 2014 Juli 2014 August 2014
- 30% weniger Touristen - 3% weniger Touristen - 12% weniger Touristen + 8% mehr Touristen
Gründe: Pfingstferien haben sich nachteilig verschoben, schlechte Aufklärung über Flutkatastrophe und wenig Angebot für die Vorsaison außer Sonne und Meer Der Monat Juli ist sehr konstant geblieben Gründe: Schlechtes Wetter Gründe: sehr viele Last Minute Buchungen mehr + weitere Steigerung in Sicht

Umfrage mit 19 Touristen

Das Portal Istrien-Live.com hat auch eine Multiple Choice-Umfrage zum Thema "Was sind die Hauptgründe für den Rückgang der Urlauber in Kroatien 2014" gemacht. Als  Es wurden 19 Personen befragt die seit Jahren ihren Urlaub in Kroatien verbringen. Das Umfrageergebnis sehen Sie hier:

Umfrage Touristen in Kroatien 2014

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Fazit und Ausblick

Die Saison 2014 wurde sehr stark durch die schlechten Zahlen im Mai und Juli geprägt. Gründe hierfür sind vor allem das schlechte Wetter, aber auch das einseitige Konzept Kroatiens. Es müssen zwingend mehr Möglichkeiten geschaffen werden um das Land auch in der Vor- und Nachsaison interessant zu machen.

Positiv ist, das durch die vielen Last Minute Buchungen für den Monat August die schlechten Zahlen etwas ausgeglichen werden konnten und das über ca. 40.000 neue Unterkünfte zur Vermietung registriert worden sind! Für das kommende Jahr 2015 bleibt es spannend, wie sich die Preise entwickeln werden. Diese werden in der Regel Mitte/Ende September veröffentlicht.

Trotz einiger Negativpunkte hat das Land Kroatien ein sehr großes Potential und bleibt sicherlich unter den Top Destinationen im Mittelmeerraum.

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Bildquellen: Kroati.de

Autor: Michael Müller

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