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Die Halbinsel Istrien im äußersten Westen Kroatiens war schon immer eine besondere Region. Und so verhält es sich auch mit der Tourismusregion Istrien, die ausschließlich aus der Gespannschaft Istrien besteht, die aber laut ihren Besucherzahlen zufolge die touristisch stärkste Region in ganz Kroatien ist. Die Besonderheit Istriens entspringt seiner geographischen Lage da, wo das Mittelmeer am tiefsten in das europäische Festland hinein schneidet, und seiner Isolation vom übrigen Kroatien durch das hohe Gebirgsmassiv Ucka. Und daher stand Istrien trozt seiner überwiegend kroatischen Bevölkerung seit dem siebten Jahrhundert bis vor etwa 50 Jahren unter fremder Herrschaft. Die einzigartige geographische Lage und die Vermischung verschiedener Einflüsse führten zur Entwicklung einer besonderen Kultur und Landschaft, Musik und Gastronomie, derentwegen viele es auch das "magische" Land nennen.
Die ersten bekannten Bewohner Istriens waren Mitglieder des illyrischen Stammes der Histri, nach denen es auch seinen Namen erhalten hat. In der Antike war es ein wichtiger Teil des Römischen Reiches, und nach dessen Untergang und der Ankunft der Kroaten übernahmen verschiedene fränkische Herrscher und das Patriarchat und Aquileia die Macht und teilten sie untereinander. Ab dem 15. Jahrhundert herrschte Venedig über den westlichen Küstenteil Istriens und die Habsburger über die Ostküste und das Landesinnere. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts regierten kurzzeitig die Franzosen über Istrien, und anschließend blieb es bis zum Ende des ersten Weltkrieges unter österreichischer Herrschaft. Zwischen den beiden Weltkriegen fiel es vorübergehend an Italien und 1945 kam es endlich zu Kroatien, erst als Teil Jugoslawiens und seit 1991 als Region des unabhängigen Staates Kroatien.
Dies ist nur ein kurzer Überblick über die Geschichte, den man braucht, um die Herkunft der reichen istrischen Kultur und ihre Besonderheit zu verstehen wie auch den Raum, in dem die Mischung der großen Kulturen und der Völkerfamilien der Slawen, Romanen und Germanen vielleicht stärker gewirkt hat als anderswo in Kroatien. Daher sind die Istrier auch weithin als Menschen bekannt, die ihre Besonderheit zu wahren wissen, aber auch als sehr tolerante Menschen mit Respekt für Verschiedenartigkeit. Daher sind in Istrien trotz der geringen zahlenmäßigen Größe der italienischen Minderheit Kroatisch und Italienisch gleichberechtigte Sprachen, und in den meisten Städten gibt es zweisprachige Beschilderungen.
Der Reichtum der istrischen Kultur und die Schönheit des Kulturerbes sind überall auf dieser magischen Halbinsel gegenwärtig. Am meisten aber kommen sie vielleicht in der Stadt Rovinj zum Ausdruck. Das Panorama von Rovinj mit der Kirche Sv. Eufemija und ihrem Glockenturm in der Mitte ist eines der eindrucksvollsten Symbole Istriens. Die Schönheit Rovinjs hat von jeher zahlreiche Künstler hierher gelockt, die von seinem charmanten Anblick, den erhaltenen alten Stadthäusern und den malerischen engen Gassen im alten Teil der Stadt inspiriert wurden. Unter diesen Gassen nimmt die Grisia, in der sich traditionell Künstler versammeln, um ihre Bilder vor Ort den zahlreichen Touristen anzubieten, einen besonderen Platz ein. Im Rovinjer Museum in einem Barockgebäude in der Stadtmitte nehmen die zahlreichen Gemälde alter Meister die wichtigste Stelle ein. Hier gibt es auch Werke von Künstlern des 19. Jahrhunderts, die vom Leben in Rovinj und in Istrien inspiriert wurden, insbesondere solche aus der Zeit der österreichischen Herrschaft, als Istrien einen strategisch außerordentlichen wichtigen Teil des einst so mächtigen Habsburger Reiches bildete.
Solche Denkmäler sind auch in anderen Teilen Istriens häufig. Zum Beispiel nehmen in einer der städtischen Galerien in Novigrad Modelle von Schiffen des österreichisch-ungarischen Reiches zentralen Raum ein. Und der kleinen Stadt Novigrad, die auf einer Landzunge liegt, ist es wie den meisten istrischen Küstenstädten gelungen, viel von ihrem alten städtischen Architekturerbe zu bewahren, darunter auch imposante Mauern. Eine ähnliche Lage wie Novigrad hat auch die nördlichste Küstenstadt Istriens, Umag, der gegenüber eine der größten kroatischen Marinas liegt. Auch andere Küstenstädtchen liegen in malerischen Positionen wie Vrsar auf einem Berg oberhalb einer sicheren Bucht, die sich bei vielen ausländischen Nautikern großer Beliebtheit erfreut.
Ein grosser Teil des erhaltenen Kulturerbes des istrischen Küstengebiets stammt aus der Zeit der venezianischen Herrschaft, wofür uns das Symbol des venezianischen Löwen an vielen anderen Objekten nicht nur in den städtischen Siedlungen, sondern auch im ländlichen Raum, der für seine malerischen Landgüter "stancijas" bekannt ist.
Wie Rovinj, Novigrad oder Umag ziert auch die zentrale Stadt der istrischen Westküste, Porec, eine schöne Lage auf einer Landzunge. In dieser Stadt, die zugleich gemessen an der Besucherzahl das stärkste Tourismuszentrum ganz Kroatiens ist, liegt auch das wertvollste kulturhistorische Denkmal Istriens, die Euphrasius-Basilika in Porec, das bisher einzige Kulturdenkmal Istriens, das von der Unesco in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Die Basilika ist nach dem Bischof Euphrasius benannt, in dessen Zeit sie im sechsten Jahrhundert auf den Fundamenten einer noch älteren Basilika errichtet wurde. Der Zeitraum ihrer Entstehung ist einer der wichtigsten Gründe für ihre große Bedeutung, denn aus dieser frühen Periode der christlichen Geschichte gibt es fast keine vollkommen erhaltenen Denkmäler. Die Basilika ist auch ihres besonderen Baustils wegen einzigartig. Sie bildet ein glänzendes Beispiel frühbyzantinischer Kunst, wie man es ansonsten so weit im Westen kaum findet. Sie entstammt der Herrschaft des berühmten byzantinischen Kaisers Justinian, der kurzzeitig die Macht des in den vorausgegangenen Jahrhunderten verfallenen Römischen Reiches wiederherstellte.
Die Basilika sticht von außen fast gar nicht ins Auge, so gut fügt sie sich in die urbane Struktur des Porecer Altstadtkernes ein. Betreten wir aber ihr Inneres, begeistert uns sofort die Einzigartigkeit ihrer Struktur und insbesondere die Üppigkeit und Besonderheit ihres Altars. Wie auch andere byzantinische Kirchen aus dieser Zeit ist sie mit reichen Mosaiken verziert, die in der Apsis und in einer besonderen Sammlung innerhalb des Basilika komplexes am besten erhalten sind. Das bekannteste unter ihnen ist das Mosaik eines Fisches, des historischen Symbols Christi, das als eine Art Symbol der Stadt Porec gilt. Aus diesem Grunde wird Porec auch bisweilen die Stadt der Mosaiken genannt.
Porec besteht natürlich nicht nur aus der Basilika, sondern in seinem malerischen urbanen Kern gibt es auch andere schöne und gut erhaltene Gebäude aus längst vergangener Zeit. Wie auch andere Städte Istriens hat auch Porec sein Heimatmuseum. Und auch in diesem Museum spielen Gemälde eine Hauptrolle, wobei der wertvollste Teil der Sammlung der einst mächtigen und reichen Familie Carli gehört.
Die größte Stadt Istriens, PULA, liegt ganz im Süden der istrischen Halbinsel und lässt auf den ersten Blick weder den kulturellen Reichtum, der sich hier verborgen hält, noch die Schönheit ihrer näheren Umgebung erkennen. Dies liegt an ihrer Lage in einer flachen Landschaft, an der Größe der Stadt und an den Gebäuden an ihren Rändern. Wenn wir aber ins Zentrum der Stadt kommen, wird uns sofort das Amphitheater von Pula mit seiner Monumentalität und seinem guten Erhaltungzustand begeistern, das von der außerordentlichen Bedeutung Pulas und Istriens seit der Antike zeugt. Es handelt sich um das sechstgrößte Amphitheater der Welt und gleichzeitig um eines der besterhaltenen.
Das Amphitheater stammt aus der Zeit des Kaisers Vespasian im ersten Jahrhundert nach Christus, und es ist in den vergangenen zwei Jahrtausenden fast unverändert geblieben. Einst diente es als Arena für grausame Gladiatorenkämpfe vor bis zu 20.000 Zuschauern, und heute ist es eine Touristenattraktion und eine beliebte Bühne für verschiedene Vorführungen. Am häufigsten werden hier Konzerte gegeben. Die Palette reicht von klassicher Musik und Baletten bis zu Rockkonzerten, denen die einzigartige Atmosphäre und die Akustik der Arena entgegenkommen. Aber unter allen Veranstaltungen ist das nationale und seit kurzem auch internationale Spielfilmfestival, das im Juli jedes Jahres stattfindet, das bekannteste.
Außer dem Amphitheater hat Pula auch eine Reihe weiterer Denkmäler aus der Römerzeit wie etwa den Triumphbogen der Sergier direkt im Stadtzentrum. In Pula befindet sich auch eines der Museen Kroatiens mit den wertvollsten Exponaten, das Archäologische Museum Istriens. Hier ist die größte Menge archäologischer Fundstücke Istriens von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter gesammelt. Viele wertvolle Exponate vor allem aus der neueren Zeit gibt es auch im Histroischem Mueseum Istriens und in einigen kleinen Galerien. Interessante Bilder und Graphiken findet man auch im imposanten Gebäude der Stadtverwaltung, insbesondere solche aus der Zeit des Habsburger, bzw. des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs, als Pula einer der größten Kriegshäfen der Welt war.
Auch das Umland von Pula ist reich an ausgesprochen wertvollen kulturhistorischen Denkmälern. Dies gilt besonders für den Nationalpark Brijuni als wichtigstes Juwel des istrischen Naturerbes. Hier gibt es besonders wervolle Denkmäler aus der Antike wie etwa römische Villen und Festungskomplexe aus der Zeit Österreich-Ungarns. Unter ihnen ist die Festung auf der Insel Mali Brijun die imposanteste, die heute bisweilen als Bühne für Theatervorstellungen genutzt wird. In der Nähe von Pula liegt auch die antike illyrische Stadt Nesactium aus vorrömischer Zeit, und auf der exponierten äußersten Südspitze des istrischen Halbinsel bei Kap Kamenjak liegt der imposante Leuchtturm Porer.
Während das Kulturerbe des istrischen Küstengebietes die Aufmerksamkeit der Besucher besonders durch seine urbane mediterrane Atmosphäre weckt, raubt einem das gleichermassen schöne Landesinnere durch die Schönheit der kultivierten Landschaft der istrischen Dörfer und Kleinstädte den Atem. Ihren schönsten Teil bilden die romantischen Städtchen auf den Anhöhen, unter denen Motovun oberhalb des Tals des größten istrischen Flusses Mirna und des Grüns des Motovun-Waldes das bekannteste ist. Es ist bekannt als Veranstaltungsort des Filmfestivals von Motovun, das anders als traditionelle Filmfestival von Pula ein überwiegend junges Publikum anspricht und damit der Lebendigkeit dieser alten Stadt eine ganz eingene Injektion verpasst.
Auch das zauberhafte Groznjan verdankt jungen Leuten ein neues Leben, denn hier befindet sich das Internationale Kultuzentrum der Kroatischen Musikjungen. Hier liegen auch das alte Buzet, Oprtalj, Hum, Pican, das romantische Zavrsje und viele andere Städtchen. Außer dass sie eine Zierde der istrischen Hügel sind, bieten sich die meisten dieser Städte auch als hervorragende Aussichtspunkte an, von denen man wie in Buzet den Charme des schönen Landesinneren von Istrien betrachten kann, Istrien verkündet mit Stolz, dass hier auch die klienste Stadt der Welt liegt, das winzige Hum mit insgesamt 17 Einwohnern. Bekannt ist es für seine Allee der Glagoliter, einen sieben Kilometer langen Weg, der von Skulpturen stilisierter Buchstaben der alten kroatischen Schrift Glagolica geschmückt wird.
Auch das Innere der Kirchen undPaläste im istrischen Hinterland bietet vieles Interessante. Besonders ansprechend ist das Innere aus den Anfängen des Christentums, wie auch der Altar und die wervollen Bilder in der Kirche Sv. Marija in Buje. Aber das bekannteste aller Gemälde in istrischen Kirchen ist warscheinlich das Fresko des Malers Vincente aus Kastav mit der mit der Darstellung des Totentanzes aus dem 15. Jahrhundert in der kleinen Kirche Sv. Marija am Skrile in Beram bei Pazin.
Einen besonderen Platz nimmt als einzige größere Stadt im Osten der Gespanschaft Istrien die Stadt Labin ein. Diese einstige Bergwerkstadt, die durch den Aufstand der Bergarbeiter gegen die Herrschaft des faschistischen Italien bekannt wurde, liegt in einer Ebene nahe dem Meer auf 300 Metern Meereshöhe. Sie ist bekannt für ihre Altstadt auf dem Gipfel eines Berges und für ihre starke künstlerische Tradition. Sie hat mehrere Museen und Galerien, unter denen die städtische Galerie und noch mehr die einzigartige Skulpturengalerie unter freiem Himmel besondere Erwähnung verdienen, Hier arbeiten noch heute hervorragende Bildhauer der Gegenwart.
Direkt im Zentrum Istriens liegt seine Hauptstadt Pazin. Sie wird von einem monumentalen Kastell oberhalb der Furcht erregenden Höhle von Pazin beherrscht, die den großen Jules Verne zu seinem Roman "Mathias Sandort" inspirierte. Das Kastell stammt bereits aus dem fürhen Mittlalter, aus der Zeit derfränkischen Herrscher, aber seine heutige Form erhielt es vor allem im 16. Jh. zur Zeit der Habsburger. Es beherbergt ein Museum, das viele für das schönste der ganzen Gespanschaft halten, das Ethnographische Museum Istriens. Es besitzt eine wervolle Sammlung von Volkstrachten der Stadt Vodnjan im Süden Istriens besonders hervor. Unweit von Vodnjan liegt eine andere besondere istrische Stadt, Svetvincenat, deren zentraler Platz "Placa" besondere Aufmerksamkeit verdient.
Der Renaissanceplatz wird von dem Symbol des Städtchens, dem Kastell Grimani, sowie einer Kirche und einer Reihe von Häusern im gleichen Stil beherrscht. Überall in Istrien gibt es Sehenswürdigkeiten, von alten Kirchtürmen wie dem in Sveti Lovrec über die Kastelle und Paläste wie in Bale bis hin zu mystischen Ruinen wie Boljun, die uns heute locken, dieses magische Land zu bereisen.
Wir wünschen Ihnen einen Schönen Urlaub in Istrien !
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